Geschichtliches
Erding, die alte Herzogsstadt im Erdinger Moos, ist heute in der ganzen Welt bekannt. Die Kreisstadt an den Wasserläufen Sempt und Fehlbach kann auf eine 9000 Jahre alte Siedlungsgeschichte zurückblicken: Schon in der Jungsteinzeit fühlten sich die Menschen auf diesem Stück Land wohl. Auch aus der Bronzezeit sowie von Kelten und Römern wurden Besiedlungsspuren gefunden. In die Zeit der frühmittelalterlichen Bajuwaren fällt die Gründung des heutigen Ortsteils Altenerding. Im Jahr 807 wird der karolingische Königshof "Ardeoingas" erstmals in den Urkunden genannt.
Die Entwicklung zur Stadt sollte allerdings noch einige Jahrhunderte dauern. Die heutige Stadt Erding wurde um 1228 durch Herzog Ludwig I. den Kehlheimer in der Nachbarschaft der älteren Siedlung gegründet. Der Ort sollte dem Wittelsbacher Herzog wohl als Stützpunkt gegen das benachbarte Hochstift Freising dienen. Zwischen 1231 und 1237 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung der Neugründung als "Ardingen" und "Aerdingen". Zur Unterscheidung nannte man die ältere Siedlung später Altenerding.

Der Aufstieg der jungen Stadt ist stark mit den Wittelsbachern verbunden. Zwischen den wittelsbachischen Zentren München und Landshut gelegen, hatte Erding strategischen Wert für die bayerischen Herzöge. Seine geografische Lage als "Grenzstadt" zwischen den beiden, oftmals verfeindeten, Herzogsstädten machte Erding zum idealen Ort für Verhandlungen und Vertragsabschlüsse. Zoll, Markt und Gericht trugen ihren Teil zur Entwicklung der Stadt bei. Von wirtschaftlicher Bedeutung war die Getreideschranne, immerhin die zweitgrößte Bayerns. Auch die Loderer sorgten für überregionale Bekanntheit - Tuch aus Erding war selbst in Konstantinopel begehrt.
Das Zeitalter der Reformation wurde zu einer schweren Prüfung für Erding und Umgebung. Kurz vor Ende des 30 Jährigen Krieges brannten die Franzosen die besetzte Stadt bis auf die Grundmauern nieder. Die darauffolgenden Jahre bescherten Erding allerdings wieder erheblichen Wohlstand. Noch heute bezeugen einige Gebäude die mittelalterliche Vergangenheit der Herzogs-Stadt. Besonders ins Auge stechen der Schöne Turm, das einzige erhaltene Stadttor und der 1464 eingeweihte Stadtturm im Zentrum des Ortes.
Auf eine lange Geschichte kann auch die Erdinger Kunst des Weißbierbrauens zurückblicken: 1886 gründete ein gewisser Johann Kienle eine Weißbierbrauerei - damals eine kleine Landbrauerei mit lediglich lokaler Bedeutung.

Erding heute
Heute ist die Stadt für ihre Lebensqualität berühmt. Die derzeit 31.165 Einwohner wissen ihren Heimatort zu schätzen. Die Nähe zum Wirtschaftsmotor Münchner Flughafen und zur Neuen Messe in Riem macht Erding zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort. Dazu tragen sicherlich die Altstadt mit ihrem Flair und das Erholungsparadies Erdinger Therme bei.

Dass Erding der großen Nachbarstadt München ab und an eine Nasenlänge voraus ist, zeigt sich nicht nur beim Erdinger Herbstfest. Wenn das Oktoberfest in München beginnt, haben die Erdinger ihr Herbstfest schon längst gefeiert.

Geografische Lage
Die Stadt Erding liegt nordöstlich von München und ist durch die Nähe zu mehreren Autobahnen, zum Münchner Flughafen sowie durch eine S-Bahn-Verbindung verkehrstechnisch optimal angebunden.

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